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Allgemeines

Allgemeine Informationen über den Darm

Der Darm ist ein hochsensibles Ausscheidungsorgan, das vielfältig erkranken kann. Entzündungen in der Darmschleimhaut, krankhafte Ausbuchtungen der Darmwand (Divertikel) oder Polypen gehören zu den möglichen Krankheitsbildern, die vom Arzt dringend abgeklärt werden müssen. Das Krankheitsgeschehen ist immer begleitet von charakteristischen Symptomen.
Die Dickdarmspiegelung, die so genannte Koloskopie, mit gezielter Gewebeentnahme führt fast immer zu einer sicheren Diagnose

Funktion und Lage des Darm´s

Dick- und Dünndarm nehmen den gesamten Raum der unteren Bauchhöhle ein.
Das etwa 110 cm lange Ausscheidungsorgan grenzt direkt an den Dünndarm, getrennt durch die Dickdarmklappe, die einen Rückfluss vom Dick- zum Dünndarm verhindert. Die unverdaubaren Nahrungsbestandteile verlassen den Dünndarm als Faserstoffe. Auf dem Weg durch das muskuläre Hohlorgan werden Flüssigkeit, Vitamine und Mineralsalze in den Kreislauf aufgenommen. Zurück bleibt der Stuhl. Durch rhythmische Darmbewegungen, auch Peristaltik genannt, gelangt der Stuhl in den Mastdarm. Über einen Dehnungsreiz wird dann der Drang zur Stuhlentleerung ausgelöst.

Der Besuch beim Arzt

Eine ausführliche Klärung der Krankheitsgeschichte ist unerlässlich. Die Schilderung der Symptome gibt erste Anhaltspunkte für die Art der Erkrankung. Mögliche Ursachen sind organische Erkrankungen oder auch Funktionsstörungen. Die körperliche Untersuchung ist entscheidend für die weitere Diagnostik: Abtasten, Abhorchen, Abklopfen. Der Arzt sucht nach Verhärtungen, beurteilt die Darmgeräusche und die Darmgasverteilung.
Die Darmspiegelung ist eine sichere Untersuchungsmethode, Dickdarmerkrankungen aufzuspüren.
Dabei wird die gesamte Schleimhautoberfläche des Hohlorgans inspiziert. Ein oder zwei Tage vor der Koloskopie erhalten die Patienten Abführmittel für eine völlige Darmentleerung.

Eine Darmspiegelung kann ambulant durchgerührt werden. In der Regel gibt der Arzt eine leichte Beruhigungsspritze, aber auch ohne Medikamente kann die Spiegelung vorgenommen werden. Entscheidend für den diagnostischen Aufschluss sind kleine Gewebeentnahmen aus der Schleimhaut des erkrankten Organs. Diese winzigen Zangenbiopsien werden im Labor des Pathologischen Instituts aufbereitet und unter dem Lichtmikroskop feingeweblich untersucht. Die endgültige Diagnose stellt daher meist der Pathologe mit seinem histologischen Befund

Morbus Crohn und Colitis ulcerosa

Die Schleimhaut des Darms kann dauerhaft erkranken. Kennzeichen der chronisch- entzündlichen Darmerkrankung sind immer wiederkehrende Krankheitsschübe. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind deshalb erforderlich.
Bei der Crohn-Krankheit kann jeder Teil des Magen-Darm-Trakts vom Mund bis zum Anus befallen sein. Die chronische Entzündung des Darms kann mit Schmerzen und Fieber, Durchfall und Gewichtsverlust verbunden sein.
Bei der Dickdarmspiegelung zeigt sich häufig eine charakteristisch verdickte Darmwand. Die Entzündung befällt alle Wandschichten des Organs. In die Darmwand können sich tiefe Geschwüre einnisten. Typisch im endoskopischen Bild ist der fleckige Befall, das so genannte Pflastersteinrelief.
Die Ursache der Crohn-Krankheit, die die Patienten auch psychisch stark belastet, ist unbekannt. Bei der Colitis ulcerosa dagegen ist allein die Schleimhaut des Dickdarms und des Rektum betroffen. Auch bei dieser chronischen Entzündung ist die Ursache nicht bekannt. Am häufigsten kommt die Colitis ulcerosa im frühen Erwachsenenalter und in den mittleren Lebensjahren vor. Das Hauptsymptom ist blutiger Durchfall.
Bei dauerhafter Entzündung des Dickdarms erhöht sich das Risiko für Dickdarmkrebs. Daher sind regelmäßige Kontrollen durch Dickdarmspiegelungen mit Gewebeprobeentnahmen erforderlich, um bösartige Entwicklungen frühzeitig zu entdecken.

Die Divertikel-Krankheit

Eine häufige Erkrankung des Dickdarms ist die so genannte Divertikulose. Divertikel sind kleine, sackförmige Ausbuchtungen durch die Wand von Hohlorganen. Divertikel können sich überall im Verdauungssystem ausbilden, meistens aber treten sie im unteren Bereich des Dickdarms auf.
Als Ursachen werden unter anderem neben einer Ballaststoff armen Kost auch genetische Faktoren diskutiert. Mit steigendem Lebensalter wächst auch die Häufigkeit zu dieser Fehlbildung. Meist macht die Divertikulose keine Beschwerden.


   * Divertikel-Komplikationen
     Als Komplikation der Divertikelkrankheit treten Darmblutungen oder Entzündungen auf (Divertikulitis). Die Divertikulitis erscheint im Zusammenhang mit einem Divertikel-Durchbruch und kann zur Bildung von Abszessen rund um den Dickdarm führen. Unter außergewöhnlichen Umständen kann es zu einer Bauchfellentzündung (Peritonitis) kommen – eine lebensbedrohliche Komplikation.
     Divertikulitis: Normalerweise ist Bettruhe angezeigt und es werden Antibiotika verordnet. Bei wiederkehrender Erkrankung ist ein chirurgischer Eingriff erforderlich. Dabei wird meistens das betroffene Darmstück entfernt und die beiden Darmenden wieder zusammengenäht.
   * Minimal-invasiver Eingriff
     Der Eingriff erfolgt – ähnlich wie eine Leberspiegelung – unter endoskopischer Kontrolle über vier kleine Einschnitte in die Bauchdecke. Zunächst strömt CO2 Gas in die Bauchhöhle, um die Bauchdecke anzuheben, damit der Chirurg freie Sicht auf alle Organe hat. Diese laparoskopische Dickdarm-Operation ist ein medizinischer High-Tech-Eingriff. Der Operateur arbeitet mit Hochfrequenzsonden, Ultraschallmessern und Klammernahtgeräten. Mit einer raffinierten Druckknopftechnik werden die beiden gesunden Darmenden wieder zusammengefügt.

Der Reizdarm

Schmerzen im Bauchraum, Blähungen, Veränderungen der Stuhlfrequenz und Stuhlkonsistenz können die klinischen Leitsymptome der Reizdarmsyndrom sein. Weil sich beim Reizdarm koloskopisch keine krankhaften Veränderungen nachweisen lassen, wurde dieses Krankheitsbild in der Vergangenheit häufig unterbewertet und der Leidensdruck der Patienten oft nicht adäquat wahrgenommen. Auch wenn es sich bei einem Reizdarmsyndrom nicht vordergründig um eine psychische Störung handelt, werden Krankheitsverlauf und Leidensdruck der Patienten häufig von psychosozialen Faktoren mitbestimmt.


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