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Diagnostik


Einführung:

Die endoskopische Untersuchung des Darms mit flexiblen Geräten ist eine in der Medizin seit Jahrzehnten verbreitete sichere Untersuchungsmethode.

Bei der Darmspiegelung kann der Arzt den gesamten Dickdarm mit einem Endoskop ansehen und beurteilen. Über die Beurteilung hinaus ermöglicht diese Untersuchung, Gewebeproben von erkrankten Stellen zu entnehmen, sogar kleinere operative Eingriffe durchzuführen. Dabei ist die Untersuchung weitestgehend schmerzfrei, kann auf Wunsch aber auch unter leichter Beruhigungsmedikation durchgeführt werden.

Koloskop ist ein flexibler “Schlauch” der in seiner Spitze von außen lenkbar ist.
Der Durchmesser beträgt etwa 10 - 15 mm, das Gerät ist etwa 150 cm lang
Am Bedienteil  sind Räder angebracht über die das Gerät zu steuern ist, dort befinden sich auch Ventile, die die Absaugung von Flüssigkeit aus dem Darm, das Einblasen von Luft ermöglichen.
Am Bedienteil ist der Einführstutzen des Arbeitskanals, über den Zusatzinstrumente  zur Gewebeentnahme oder kleine chirurgische Eingriffe im Schlauchinnern eingeführt werden können.
Über den Gerätestecker  ist das Gerät mit der Lichtquelle verbunden, dort befindet sich bei modernen Geräten auch der Anschluss an einen Rechner, der die Bildübertragung auf einen Monitor ermöglicht.


Indikation, Gründe für die Notwendigkeit der Dickdarmspiegelung:

Die Dickdarmspiegelung hat eine besondere Bedeutung in der Vorsorge der Dickdarmkrebserkrankung erlangt.
Jährlich erkranken in Deutschland etwa 50 000 Menschen neu, meist nach dem 50. Lebensjahr, über 30 000 Menschen sterben an den Folgen der Erkrankung. Dabei kann diese Form der Krebserkrankung geheilt werden, wenn sie früh genug erkannt wird.

Die Dickdarmspiegelung sollte als Vorsorgeuntersuchung insbesondere dann durchgeführt werden, wenn Verwandte ersten Grades (Eltern, Geschwister) an Darmkrebs erkrankt sind.
Eine Darmspiegelung wird auch dann notwendig, wenn ein positiver Testbefund auf verborgenes Blut im Stuhl erhoben wird.
Darüber hinaus kann die Untersuchung auch direkt zur Vorsorgeuntersuchung durchgeführt werden.

Weitere Gründe für eine Empfehlung zur Darmspiegelung:

   * Abklärung chronischer Durchfälle oder Änderungen der Stuhlgewohnheiten
   * Blutabgang mit dem Stuhl
   * Abklärung eines unklaren Röntgen- oder (Ultraschall-) Befundes
   * Abklärung anhaltender Bauchschmerzen
   * Verlaufsbeobachtung nach Darmkrebsoperation

Gegenanzeigen: Wann darf die Untersuchung nicht durchgeführt werden?

Auf keinen Fall:

   * bei einer akuten schwersten Darmentzündung oder einer Bauchfellentzündung

Nur in dringenden Fällen:

   * bei schweren Gerinnungsstörungen
   * bei schwerer Herzschwäche oder schwerer Einschränkung der Lungenfunktion
   * bei schwerer Erkrankung der Herzkranzgefäße

Vorbereitung:


Für eine Dickdarmspiegelung ist es entscheidend, dass der Darm zuvor optimal gereinigt wird. Nur wenn alle Stuhlreste ausgespült sind, hat der Untersucher die Möglichkeit, Veränderungen der Schleimhaut zu erkennen.

Folgende Maßnahmen haben sich als günstig erwiesen:

In den letzten drei Tagen vor dem Untersuchungstermin möglichst keine kernhaltigen Nahrungsmittel mehr essen (wie z.B. Kiwis, Tomaten, Weintrauben, Müsli, Vollkornbrot,...). Am Tag vor der Untersuchung sollte die Nahrung aus einer leichten Kost bestehen, dazu sollte möglichst viel klare Flüssigkeit getrunken werden.
Ist eine regelmäßige Medikamenteneinnahme notwendig, muss dies mit dem Arzt abgesprochen werden, auch Diabetiker müssen ihre Behandlung der geänderten Nahrungsaufnahme anpassen.

Das Abführen selbst wird mit einer besonderen Salzlösung und einer größeren Flüssigkeitsmenge durchgeführt.
Wichtig ist, dass am Ende der Abführmaßnahmen die letzten Stuhlgänge aus einer klaren gelblich-flockigen Flüssigkeit bestehen.

Zur Vorbereitung der Untersuchung ist auch ein aufklärendes Gespräch mit dem Arzt notwendig. In diesem Gespräch wird die Untersuchung ausführlich erklärt, mögliche Gefahren der Untersuchung aufgezeigt, auf spezielle Fragestellungen eingegangen.

Falls während der Untersuchung ein beruhigendes Medikament verabreicht wird, darf der Patient für den Rest des Tages nicht mehr selbst Auto fahren. Er sollte sich nach der Untersuchung und einer gewissen Zeit der Nachbeobachtung (in der Regel 1 - 2 Std.) abholen lassen oder mit der Taxe nach Hause fahren.

Durchführung der Untersuchung


Die Untersuchung dauert etwa 15 - 30 Minuten. Der Patient liegt in der Regel auf der Seite, im Verlauf der Untersuchung dann auch mal auf dem Rücken. Während der Arzt die Untersuchung durchführt, wird sein Helfer sich um den Patienten kümmern und dem Arzt bei der Untersuchung assistieren.

Das Endoskop wird vorsichtig in den After eingeführt, dann unter Sicht durch das Darmlumen vorgeschoben. Dabei kann die Gerätespitze über die am Handgriff befindlichen Räder gelenkt werden. Durch das Einblasen von Luft über das Koloskop entfaltet sich der Dickdarm und ist so besser einsehbar.
Die Kurven und Biegungen des Darms können mit dem Gerät passiert werden, da es sich durch die Biegsamkeit dem Darmverlauf anpassen kann.

Die Untersuchung ist vollständig, wenn die Gerätespitze den Blindsack und die Mündungsstelle des Dünndarms erreicht hat.
Die eigentliche Beurteilung des Darms wird beim Rückzug des Gerätes durchgeführt, jetzt ist der Darm entspannt und kann sorgfältig auf krankhafte Stellen durchsucht werden.

Polypektomie, Entfernung von Polypen


Wenn bei der Untersuchung ein Polyp entdeckt wird, kann er in der gleichen Sitzung mit einer Schlinge abgetragen werden.
Durch das Endoskop wird eine Drahtschlinge wie ein Lasso um den Polypenstiel gelegt. In einem nächsten Schritt wird in der Schlinge an der Basis oder am Stiel des Polypen mittels einer Hochfrequenz (500 000 Hz) eine Wärme erzeugt. So kann das Gewebe ohne Blutung mit dem Draht durchtrennt werden.
Die hohe Frequenz verhindert, dass es zu einem Elektroschock kommt, das elektrische Schneiden ist völlig schmerzlos.

Komplikationen: Welche Zwischenfälle können bei der Untersuchung auftreten?

   * bei Gabe eines Beruhigungsmedikamentes kann die Atmung unterdrückt werden, deshalb sollte während der Untersuchung Atmung und Puls ständig überwacht werden
   * Sehr selten kommt es zu Blutungen durch die Untersuchung in 0,02 % der Untersuchungen oder zu einer
   * Durchstoßung der Darmwand (in 0,16 % der Fälle)
   * Einschwemmen von Bakterien in die Blutbahn. Dies stellt nur ein Risiko für Patienten mit Herzklappenerkrankung oder künstlicher Herzklappe dar, diese Patienten benötigen vor und nach der Untersuchung ein Antibiotikum.

Nachsorge:


Nach der Untersuchung kann in der Regel sofort eine normale Kost aufgenommen werden.
Durch das Einblasen von Luft während der Untersuchung kann gelegentlich der Bauch gespannt schmerzhaft sein. Der Patient sollte sich nach der Untersuchung bewegen und die Luft möglichst schnell entweichen lassen.

Wenn die Schmerzen nicht nachlassen, dann muss der Arzt informiert werden.
Wenn ein Polyp abgetragen wurde, kann es auch noch nach Stunden zu Nachblutungen kommen – wenn das der Fall ist, muss der Arzt unverzüglich informiert werden.

Alternativen: Welche anderen Untersuchungsmöglichkeiten gibt es?


Der Dickdarm kann auch mit einem Kolonkontrasteinlauf untersucht werden. Dabei handelt es sich um eine Röntgenuntersuchung, bei der der gesamte Dickdarm mit Hilfe von Röntgenkontrastmittel sichtbar gemacht wird. Bei dieser Untersuchungsmethode kann der Arzt jedoch weder Biopsien entnehmen, noch kleinere operative Eingriffe durchführen. Daher wird der Kontrasteinlauf nur noch in Sonderfällen durchgeführt, wenn z.B. wegen einer Darmverengung, einer Stenose, das Koloskop nicht in den Dickdarm vorgeschoben werden kann.

Bei der Darstellung des Dickdarms mit Hilfe der Computertomografie (CT) kommen auch Röntgenkontrastmittel zum Einsatz.

Sie leiden an einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung (Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa):

3-A. Wie groß ist das Risiko, bei diesen Krankheiten an Dickdarmkrebs zu erkranken?
Wenn Sie an der Colitis ulcerosa leiden, ist Ihr Risiko, abhängig von der Dauer der Erkrankung, dem Alter, in dem die Erkrankung auftrat und der Größe des befallenen Darmbezirkes, an einem Dickdarmkarzinom zu erkranken, deutlich erhöht.

3-B. Welche Untersuchungen werden bei diesen Erkrankungen empfohlen?

Wenn eine Pancolitis ulcerosa (Befall des gesamten Kolons) vorliegt und länger als 8 Jahre besteht, oder wenn eine linksseitige Colitis vorliegt und länger als 15 Jahre besteht, sollte in den ersten beiden Jahren in jährlichem Abstand, danach alle 2 Jahre eine komplette Dickdarmspiegelung mit feingeweblichen Untersuchungen (Stufenbiopsien) stattfinden.

Wenn Sie an Morbus Crohn leiden, können wir Ihnen derzeit keine genauen Angaben zu Ihrem Risiko, an Dickdarmkrebs zu erkranken, machen. Es hat zwar viele unterschiedliche Untersuchungen und Studien zu dieser Frage gegeben, die Ergebnisse sind jedoch uneinheitlich. Es können deshalb auch keine Empfehlungen zu regelmäßigen Dickdarmspiegelungen gemacht werden.

Woher kommen die Informationen auf dieser Seite?

Das Wissensnetzwerk evidence.de ist eine Arbeitsgruppe von Medizinern an der Fakultät für Medizin der Universität Witten/Herdecke. Wir sind approbierte und praxiserfahrene Ärzte und erarbeiten medizinische Informationen für Fachleute (Ärzte) und Laien. Diese Informationen sind evidenzbasiert, d.h. dass die Schlüsselaussagen wissenschaftlich nachprüfbar sein müssen.

Unter der Überschrift “Patientenleitlinien” interpretieren wir diese evidenzbasierten Leitlinien noch einmal in normal verständlicher Sprache, sodass Sie als medizinischer Laie, Betroffener oder Patient auf hochwertige medizinische Informationen zugreifen können.

Bei der hier vorliegenden Leitlinie “Vorbeugung und Früherkennung des Dickdarmkrebses” stützen wir uns auf eine Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten, die im Rahmen einer interdisziplinären Konsensuskonferenz in Bochum 1999 erstellt wurde und die den Namen trägt “Kolorektales Karzinom: Prävention und Früherkennung in der asymptomatischen Bevölkerung – Vorsorge bei Risikopatienten – endoskopische Diagnostik, Therapie und Nachsorge von Polypen und Karzinomen”. Abrufbar unter www.dgvs.de.
Bei der Bearbeitung und Interpretation dieser Leitlinie werden wir unterstützt von zwei Experten für Gastroenterologie aus den kooperierenden Kliniken: Dr. med. Udo Theis, Gastroenterologie, Marienhospital Witten und Dr. med. Hanrath, Klinik für Innere Medizin, Allgemeines Krankenhaus Hagen.

Die auf dieser Homepage unverbindlich zusammengestellten Informationen, sowie die Gruppentreffen, können eine notwendige professionelle medizinische Untersuchung / Beratung nicht ersetzen !!

    

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