CED Netzwerk

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü

Ernährung

Ernährungs-Tipps ...

Ein akuter Entzündungsschub wird nicht durch „falsches Essen und Trinken" hervorgerufen. Die Entstehung der Erkrankung und die Auslösung von akuten „Behüben" sind multifaktoriell bedingt. Die Ernährung ist dabei „nur" einer von vielen Gründen. Es gibt keine bestimmten Speisen, die die Schwere der Erkrankung oder die Rezidivrate prinzipiell bei allen Patienten beeinflussen.

Ernährung im akuten Entzündungsschub


Neben der medikamentösen Therapie  (Cortison oder cortisonähnliche Substanzen) ist die Entlastung des erkrankten Darms oberstes Behandlungsziel.

Es ist nicht sinnvoll, im akuten Entzündungsschub den betroffenen „Verdauungsabschnitt" mit  Nahrungsmitteln zu belasten. Der Patient darf nichts essen und kann stattdessen ent­weder über das Blutgefäßsystem (parenterale Ernäh­rung) oder über Trink- oder Sondennahrungen (enterale Ernährung) ernährt werden.

Auf eine ausreichende Flüs­sigkeitszufuhr muss geachtet werden, da über 5, 10 oder 20 Stuhlgänge pro Tag reichlich Wasser und Elektrolyte (Salze; Mineralstoffe) verloren gehen. Wasser und Tee werden im allgemeinen gut, Säfte (insbesondere Zitrusfruchtsäfte) dagegen schlecht vertragen (Tee kann etwas Salz zugesetzt werden).

Starker Kaffee und starker Tee sollten gemieden werden, da diese die Darm­funktion anregen. Eine parenterale oder enterale Ernährung sollte mindestens 2 bis 4 Wochen andauern. Sind die Symptome noch nicht zurückgebildet, so muss länger „auf das Essen verzichtet werden".

Kostaufbau nach dem Entzündungsschub


Nach Besserung des Zustandes und der Entzündungszeichen kann mit dem Kostaufbau begonnen werden. Anfänglich wird leichter Tee, Zwieback, Wasserhafer­schleim oder Weißbrot gegeben.

Je nach Verträglichkeit folgen dann gekochtes Obst und Gemüse, Kartoffeln, Reis, Nudeln, magere Käse-/Wurstwaren, Fleisch, Geflügel oder Fisch. Als letztes wird Fett (Butter, Margarine, Öl und fettreiche Produkte wie Wurst, Käse, oder Fleisch) zugelegt und zur Normalkost übergegangen.

Im Krankenhaus erhalten Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen oft eine leichte Vollkost (LVK). Bei der LVK werden Nahrungsmittel und Zubereitungsmethoden weggelassen, die nach statistischen Erhebungen oft Unverträglichkeitsreaktionen hervorrufen.

Die leichte Vollkost muss zu Hause nicht fortgeführt werden. Zu Hause sollten nur Nahrungsmittel und Zubereitungsmethoden gemieden werden, die tatsächlich Beschwerden bereiten. In vielen Kliniken ist die Dauerkost für Crohn- und Colitis-Patienten zucker-/milchzuckerfrei und es wird Butter anstatt Margarine gegeben. Der Kostaufbau wird solange wie nötig und so kurz wie möglich durchgeführt.

In den ersten Tagen ist es nicht möglich, ausreichend Energie zuzuführen, daher sollte der Kost­aufbau parallel zur parenteralen oder enteralen Ernährung erfolgen.

Zur Verhinderung einer Gewichtsabnahme sollten zumindest Trinknahrungen angeboten werden. Der Kostaufbau sollte immer ballaststoffarm, laktosefrei und zuckerarm gestaltet werden. Im weiteren Verlauf des Kostaufbaus kann der Patient, je nach Verträglichkeit, dann auch ballaststoffreiche Trinknahrungen bekommen.

Letzte Aktualisierung 15.11.2008

Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü